Aufgeschlagene Zeitschriften

Visionboard: Mehr als schöne Bilder

Seit einigen Jahren erstelle ich zu Jahresbeginn mein persönliches Visionboard. Es ist riesig, denn ich nutze Flipchartpapier. Darauf sammle ich Bilder und Texte, die mich intuitiv ansprechen. Zunächst blättere ich durch Zeitschriften, die sich genau für diesen Zweck im Lauf des Jahres angesammelt haben. Ergänzend gönne ich mir häufig eine Zeitschrift wie „Flow“, von der ich weiß, dass sie Bilder und Texte enthält, die mich persönlich inspirieren.

Die gesammelten „Schnipsel“ klebe ich dann auf mein Blatt – ebenso intuitiv, wie ich sie sammle. Heraus kommt ein spannendes Gesamtbild aus Zielen, Wünschen, Sehnsüchten und Visionen. Stets überraschend, weil mir im Vorfeld nicht alle Wünsche klar waren und stärkend, weil es meine Ressourcen sichtbar macht. Dieses Board steht neben meinem Schreibtisch und begleitet mich durchs Jahr. Nicht als Checkliste, sondern als etwas, das mich beim Draufschauen stärkt. Nicht alles darauf muss erreicht werden, manches verliert im Laufe des Jahres seine Bedeutung, andere Sehnsüchte wurden schlicht nicht erfüllt. Aus Gründen. Gleichzeitig ergänze ich es im Lauf des Jahres, wenn mich Bilder oder Worte ganz besonders ansprechen.

Manchmal, wenn ich vor mich hindenke, ertappe ich mich dabei, dass ich mich zum Board drehe und es auf mich wirken lasse. Um den Jahreswechsel herum schaue ich es mir an und gehe noch einmal in Resonanz. Ja, ich mag mein Visionboard und ich mag das Ritual am Jahresbeginn.
Doch wie kann ein Visionboard wirken?

Wie Visualisierung im Gehirn wirkt

Unser Gehirn filtert permanent Informationen. Das retikuläre Aktivierungssystem (RAS) entscheidet, was wichtig genug ist, um in unser Bewusstsein zu gelangen. Ein Visionboard führt uns unsere Wünsche und Ziele vor Augen und „programmiert“ diesen Filter: Was ich regelmäßig sehe, wird als relevant markiert. Plötzlich fallen mir Gelegenheiten auf, Gespräche bekommen Bedeutung, Möglichkeiten werden sichtbar, die sonst im Alltagsgedöns untergehen.

Doch kann das wiederholte Ansehen unserer Wünsche und Ziele nicht nur unsere Wahrnehmung beeinflussen, sondern auch unser Verhalten. Zumindest, wenn wir einen kleinen Trick beachten.

Der entscheidende Unterschied: Visualisierung plus Realität

Superspannend finde ich die Forschungsergebnisse der Psychologin Gabriele Oettingen zum Thema „Mental Contrasting“. Diese zeigen, dass reine Wunschvisualisierung kontraproduktiv sein kann.

Wirksam wird Visualisierung ihren Studien zufolge dann, wenn sie mit realistischer Hindernisbetrachtung kombiniert wird. Was könnte im Weg stehen? Welche konkreten Schritte braucht es?

Oettingen hat das primär als mentale Technik erforscht – aber das Prinzip lässt sich aufs Visionboard übertragen: Das Board zeigt dann nicht nur das Ziel, sondern erinnert auch an den Weg dorthin. An Herausforderungen, die dazugehören. An Ressourcen, die ich brauche.

Handlungsimpulse integrieren

Ein Visionboard wird zur Ressource, wenn es Handlung auslöst statt sie ersetzt. Das bedeutet konkret: Neben dem Bild von unserem Ziel können wir Erinnerungen an erste Schritte auswählen, z.B. die Wanderroute neben das Gipfelfoto, die Yogamatte neben die „innere Ruhe“.

Sogar konkrete Mikrogewohnheiten oder Routinen, die zum Ziel führen, können integriert werden. Das Board wird dann zum visuellen Anker für „Was tue ich heute?“ statt nur „Was will ich irgendwann?“.

Ressourcenorientierung statt magischen Denkens

In meinem Verständnis ist ein Visionboard kein Manifestationstool, bei dem das Universum automatisch liefert, was ich aufklebe. Es ist eine Methode, meine eigene Aufmerksamkeit und Energie zu lenken.

Mein ressourcenorientierter Ansatz fragt: „Was tut mir bereits gut? Was möchte ich mehr in meinem Leben haben? Wie kann ich das erreichen?“

Das unterscheidet sich fundamental von „Was fehlt mir?“ oder „Was soll das Universum mir bringen?“. Bei meinem Verständnis vom Visionboard geht um Wachstum aus vorhandener Stärke, nicht um Kompensation von Mangel.

Stärkung statt Optimierungsdruck

Dieser Ansatz prägt auch meinen Workshop „Was bleibt, was wächst – Visionboard mit Herz und Balance“. Hier treffen wir uns via Zoom, stimmen uns gemeinsam ein und wählen, jeder für sich und doch verbunden, die Bilder für unser Visionboard aus. Natürlich gestalten wir es – zumindest in den Grundzügen – auch.

Bald ist es soweit. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du, wenn du hier klickst.

Bildquelle:
Titelbild: @photorista, depositphotos

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Sabine Kakizaki

    Danke sehr für diesen aufschlussreichen Blogartikel liebe Kirsten😊. Ich hatte die Idee meines Visionboards schon wieder nach hinten geschoben, aber jetzt hab ich richtig Lust bekommen! Das ist einleuchtend und spricht mich sehr an, dass durch so ein Visionboard die Motivation der täglichen kleinen Schritte und Verstärkung von vorhandenen Ressourcen unterstützt wird.

    Liebe Grüße und ein gutes neues Jahr für Dich, Sabine

    1. Kirsten Klahold

      Dir auch ein gutes neues Jahr, liebe Sabine, und vielen Dank für den Kommentar. Schön, dass ich dich motivieren konnte. Erzähl gerne mehr, wenn du dein Visionboard gestaltet hast.

      Liebe Grüße
      Kirsten

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